Musikbrief November 2014




Moin Fans, Sympathisanten und Musikfreunde!

Wir feiern ein Jubiläum: Vor 25 Jahren vereinigte sich Deutschland wieder. Obwohl es das nicht so ganz trifft. Schaut man mal genau hin, hat das kapitalistische NATO-Westdeutschland die leider gescheiterte DDR okkupiert. Leider? Das war doch ein gaanz böser Unrechtsstaat, werden jetzt viele denken. Ein Land, in dem die Leute nicht reisen durften, keine Bananen kannten und sofort in den Knast kamen, wenn ihnen der Anzug von Erich Honecker nicht passte.

Freiheit gab es dort genauso wenig, wie gute Rockmusik, moderne Kleidung oder Autos mit mehr als 30 PS. Glaubt man der allgegenwärtigen Propaganda, waren die armen Ossis gezwungen, in engen Spielzeugautos aus Plastik durch ein graues und deprimierendes sozialistisches Land zu gurken. Stets auf der Hut vor dem nächsten Stasispitzel. Und das konnte jeder sein: der Kollege, der Nachbar oder gar die eigenen Kinder. Vielleicht sogar man selbst, wer wusste das im Unrechtsstaat schon so genau.

Und dann die Mauer. Mehr Unrechtsstaat geht garnicht. Mitten durch das schöne Berlin hatte man sie gezogen, und nicht nur durch die Hauptstadt. Ein sichtbares Symbol der Unterdrückung und politischen Boshaftigkeit. Diese armen Menschen da drüben, ach, ach, ach. Können sich auf dem Kudamm nun nicht mehr mit Nerzgewändern und Rolex-Uhren eindecken. Was für eine kalte und düstere Zeit, die vor 25 Jahren mit der friedlichen Revolution endlich ihr Ende fand.

Anders als ihre Ursache. Diese erfreut sich heute sogar einer grandiosen Renaissance und feiert einen rauschendes Comeback: der Kalte Krieg. Auch bekannt unter dem Begriff Block- oder Systemkonfrontation. Was heute viele nicht wissen ist, dass es damals nicht nur den rauschenden Turbokapitalismus gab. Es gab tatsächlich Länder, die versucht haben, den Sozialismus und danach den Kommunismus zu etablieren.

Für alle, die es nicht wissen: Das sind keine teuflischen Unrechtssysteme mit Unterdrückung, Repression, Folter und Willkür. Vielmehr geht es dabei um die gerechte Verteilung von Ressourcen, um soziale Gerechtigkeit und umfassende Teilhabe am gesellschaftlichen Geschehen für jedermann. Erreicht soll das werden, indem Produktionsmittel nicht Privatpersonen, sondern der Gemeinschaft gehören. Dem Volk also. Eine urdemokratische Angelegenheit also, ganz im Gegensatz zum totalitären Agieren der heutigen Riesenkonzerne.

Dass die sozialistischen Länder scheitern mussten, liegt auf der Hand. Eine wesentliche Ursache dafür war die Propaganda des kapitalistischen Westens. Schließlich durfte es keine Alternative zum hemmungslosen Ansammeln von Kapital auf Kosten anderer geben. Niemand sollte auf die Idee kommen, dass es allen gleichzeitig gut gehen kann.

Gleich nach Ende des Zweiten Weltkrieges taten sich Politik und Ökonomie zusammen. Das waren sie aus dem Dritten Reich schon gewohnt. Groß umdenken brauchte man auch nicht, denn viele Nazis rutschten naht- und kritiklos in öffentliche Ämter. Dass die alte BRD auf einem widerlichen Nazisumpf aufgebaut wurde, der bis weit in die 1970er Jahre hinein existiert, kratzt heute keinen mehr. Auch unser ach so freiheitsliebender Bundespräsident ist auf diesem Ohr auffällig taub.

Die alten Naziseilschaften aus Politik und Wirtschaft gingen eine Symbiose ein, die ihre Nachfolger und Brüder im Geiste bis heute perfektioniert haben. Das Ziel: Bedingungen schaffen, die einzelnen möglichst hohe Profite garantieren. Natürlich auf Kosten der Allgemeinheit. Und das Ganze am besten noch militärisch abgesichert. Mit Instrumenten der Demokratie geht das natürlich nicht, eher schon mit totalitären Strukturen und autoritärer Repression. Einem Unrechtsstaat eben.

Und damit niemand merkt, wie weit sich dieser 2014 schon entwickelt hat, braucht es neuer Kalter Krieger. Also Leuten, die uns anlässlich des 25jährigen Mauerfalljubiläums erklären, wie böse und gemein die DDR war. Dass letztere nicht den Hauch einer Chance hatte, ihr alternatives Gesellschaftskonzept umzusetzen, ist klar. Zu aggressiv war die Westpropaganda, zu erdrückend die wirtschaftliche Übermacht des Westens und zu erschlagend seine militärische Aufrüstung. Hätte sich die BRD damals nicht so sehr zum Büttel und Waffenbruder der USA gemacht, hätte die Mauer vielleicht nicht errichtet werden müssen.

Heute zeigt der Kapitalismus sein wahres Gesicht. Schon längst sind alle Bürger der Bundesrepublik im Visier der Geheimdienste - der deutschen und auch der US-amerikanischen. Hochtechnologie erlaubt eine effiziente Totalüberwachung der Bevölkerung, die alle Mittel der Stasi als Kinderkram erscheinen lässt. Politisch unliebsame Personen werden nach wie vor verfolgt oder benachteiligt. Die Medien sind in den Händen weniger Konzerne konzentriert und vertreten eine opportune Einheitsmeinung. Und selbst die Parteiprogramme gleichen sich im Wesen so sehr, dass man sie locker unter dem Dach einer Einheitspartei zusammenfassen kann.

Damit das aber alles keiner merkt, arbeitet die Propagandamaschinerie auf Hochtouren. Niemand soll jemals auf die Idee kommen, dass eine eine Alternative zum Kapitalismus gibt. Und dafür braucht es schlimmstenfalls skrupelloser und bestenfalls grenzdebiler Menschen, die auch heute noch das Mantra vom bösen Unrechtsstaat DDR predigen.

Einer davon ist zum Beispiel Bundespräsident und Ex-Pfarrer Joachim Gauck. Ein Mann, der ganz unchristlich für Militäreinsätze plädiert und offensichtlich von blindem Hass getrieben ist. Vom Hass auf alles, was irgendwie mit der DDR und ihren politischen Strukturen zu tun hat. Ein Hass, der groß genug ist, um Gauck in die unmittelbare Nähe des Amtsmissbrauchs zu treiben. Oder wie anders ist seine offen zur Schau gestellte Aversion gegen einen thüringischen Ministerpräsidenten aus den Reihen Der Linken zu erklären? Jesus würde sich bei einem solchen Eiferer im Grab umdrehen.

Dagegen nimmt sich der peinliche Wolf Biermann noch harmlos aus. Ein blutleerer Liedermacher ohne jegliches künstlerisches Vermögen, der seinen Beschallungsauftrag im Bundestag missbraucht, um Stimmung gegen eine demokratisch gewählte Partei zu machen. Ausgebürgert wurde er damals bestimmt nicht wegen seiner platten Systemkritik. Eher schien sein nervtötendes Geschrammel und Gestammel gut geeignet, Westdeutschland von Innen heraus zu zersetzen.

Soviel zum Thema Politik. Wir von Liquid Sky sind noch weit von unserem 25jährigen Jubiläum entfernt und arbeiten konsequent an unserer eigenen Historie. Wir haben tatsächlich den Anspruch, die härteste Band Lübecks zu werden. Wir streben echte musikalische Härte an, die dem Zuhörer einen Schauer nach dem anderen über den Rücken treibt. Die ihn nach nur wenigen Songs an den Rand des Wahnsinns bringt und nach einer Pause oder einer Ballade winseln lässt.

Also nicht dieser abgedroschene Motoradfahrer-Pseudo-Hardrock, der von Leuten mit Tattoos, Ketten, Piercings und Lederhosen zusammengeschrammelt wird. Nein, was wir meinen, ist die nackte, ungeschminkte und brutale Härte. Unsere Neuzugänge im Repertoire sind da schon sehr vielversprechend. Also, bleibt immer am Ball - lange wird es nicht mehr dauern, bis wir wieder live zu erleben sind.

Mit musikalischen und solidarischen Grüßen

Frank

Song des Monats: Platz da! von Fehlfarben